Dominik Grittner

 
Ich habe Autorenkollegen nach ihrer Phantasienschmiede befragt. Hier sind ihre Antworten.
 

Hallo Dominik Grittner!
 
1. Wo schreibst Du Deine Bücher?
Am liebsten in Bibliotheken. Obwohl, das kommt auch immer auf die Phase an, in der sich das Buch befindet: Bei der Planung bin ich entweder zu Hause oder in einem Café. Je nachdem, ob ich eine Pinnwand brauche. Das Café kann dann ruhig so groß und voll wie möglich sein. Umso mehr Leute, desto besser. Wenn jedes Kapitel und jede Szene geplant ist, geht’s zum Schreiben in die Bibliothek. Sobald ich das Buch überarbeite/editiere, geht es wieder zurück ins Café.

Gerade bin ich nach Leipzig gezogen und habe mir ein Jahresticket für die Deutsche Nationalbibliothek geholt. Vorher war ich in der Potsdamer Bibliothek am Griebnitzsee, die war natürlich bei weitem nicht so eindrucksvoll.

 

 

2. Was ist das Besondere an diesem Ort?
An Bibliotheken mag ich die konzentrierte Arbeitsatmosphäre und dass ich zwischen Trilliarden wichtiger Bücher sitze. Das motiviert und man nimmt sich selbst nicht so wichtig. Und wenn ich mal nicht weiterkomme, dann kann ich mir ein Buch schnappen und darin rumblättern.

An Cafés wiederum mag ich die Offenheit und dass um dich herum so viel passiert. Gerade im kreativen Prozess ist das hilfreich. Als ich noch in Potsdam gewohnt habe, saß ich gern im Balzac am Hauptbahnhof/Einkaufspassagen. Wenn ich lang genug aufs Blatt Papier geschaut habe (ja, erste Ideen schreibe ich immer noch mit der Hand), dann blicke ich hoch und sehe hunderte Leute an mir vorbei rennen. Das wird nie langweilig. Dadurch kam ich auch auf die Kurzgeschichte „1,2,3 – Turnschuh!“, in der ein paar rich kids in den Potsdamer Einkaufspassagen abhängen und Mist bauen. Die Story erschien in der Horroranthologie Zwielicht 7, eine sehr zu empfehlende Reihe mit Kurzgeschichten und Artikeln.

 

3. Welche Hilfsmittel benutzt Du zum Schreiben? (Kaffee, Musik)
Meine Handyuhr. Ich gebe eine Minutenzahl ein – 15,20 oder 25 Minuten – und lasse den Timer runterlaufen. In dieser Zeitspanne wird nur geschrieben. Keine Ablenkung. Das habe ich mir von amerikanischen Autoren abgeguckt, dort ist die Methode weit verbreitet. Hierzulande stößt das sicher noch sauer auf, weil einige Autoren gerne die Gedanken „fliegen“ lassen und sich Zeit für jedes Wort nehmen. Ich denke mir: Ausgedacht hast du dir schon alles, jetzt musst du nur fleißig sein und alles aufschreiben. Überarbeiten kannst du es später noch. Erst einen Haufen legen, dann Kunst draus formen. Umgekehrt wird das nichts. Jedenfalls nicht bei mir.

 

4. Welche Deiner Bücher sind an diesem Ort entstanden?
In der Potsdamer Bibliothek Griebnitzsee meine ersten drei Sinclair Academy-Romane (Onna, Das Grauen von Oxford und Dämon der Schuld) plus einige Kurzgeschichten. Ich glaube, alles, was ich in den letzten zwei Jahren fabriziert habe, habe ich dort getippt und im Café korrigiert. In der Leipziger Nationalbibliothek habe ich bislang noch nichts geschrieben, aber das ändere ich gerade.

 
 

Mehr Infos zu Dominik Grittner und seinen Büchern findest Du auf: http://www.dominikgrittner.net/

 
Danke Dominik für Deinen Beitrag!
 
Bildquelle: Dominik Grittner